Projekt

An der Harnbacher Mühle soll ein Ort der Inklusion entstehen, an dem Menschen mit und ohne Behinderung leben, arbeiten, gestalten, lernen und entwickeln – miteinander nicht nebeneinander. Natur von der wir lernen und die Methoden der Erlebnispädagogik runden das Konzept ab.

Die Harnbacher Mühle liegt ideal am Fluss im Pegnitztal mit Wander- und Radwegen, Felsen, Höhlen der Hersbrucker Schweiz, bestens an den öffentlichen Verkehr angebunden (Bahnhof Rupprechtstegen) – Hier kann die Selbstverständlichkeit der Begegnung und gemeinsamen Entwicklung von Menschen mit und ohne Behinderung gelebt und vielfach vermittelt werden. Nebensache Behinderung - Hauptsache Entwicklung.

Abenteuer

Abenteuer für alle - Wege aus fürsorglicher Belagerung

Die Pegnitz vor der Tür, die Alb mit Wander- und Radwegen, Felsen, Höhlen, kleinräumig und vielfältig - ein Paradies für herausfordernde Abenteuer und beschauliche Erlebnisse in natürlicher Umgebung, für thematische Angebote und Umweltbildung jeder Art.

Unser Ziel ist es, barrierefreien und doch herausfordernden Zugang in die Natur zu schaffen, Anlässe zu bieten, die eigenen Möglichkeiten zu entdecken und zu entfalten, auf unserem Gelände und darüber hinaus.

In erlebnispädagogischen Angeboten von behinderten und nichtbehinderten Mitarbeitern für Menschen mit und ohne Behinderungen, im gemeinsamen Projekt und im gemeinsamen Bestehen von Herausforderungen entstehen Verständnis und Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. Gegenseitige Wertschätzung bildet die Basis auch für Selbstwertentwicklung und Identitätsgewinn.

Unsere Gäste können an erlebnispädagogischen Kurz- und Langzeitangeboten teilnehmen, an Eltern-, und Familienwochen oder an Naturerlebnis- und Umweltseminaren. Die Liste der Möglichkeiten ist lang:

Rad- und Rollfietstouren, Flussfahren von der Haustüre weg, Trekking/Wandern mit Biwak, Höhlenerforschung, Geocaching, Klettern auf einer von 7000 Routen am Natur-Dolomitfels der Fränkischen und Hersbrucker Schweiz, Expeditionen, Spaziergänge zum Wasserfall, Beobachtung seltener Tiere und Pflanzen, Segeln auf dem Stausee in Happurg, Teilhabe am vielfältigen kulturellen Leben der benachbarten Gemeinden, Entspannung in der Frankenalbtherme, Geschichtsstudien auf den Burgen Hartenstein und Hohenstein, auf der Houbirg und unter ihr an den verschlossenen Toren der Doggerstollen.

Die geplanten und schon im Kleinen stattfindenden Angebote im Bereich der Umweltbildung bieten ein vielseitiges Lernfeld für unsere Gäste und Bewohner: Bei einer Kräuterwanderung dabei sein oder sie selbst durchführen, die Umgebung und sich selbst entdecken als Tierbeobachter, die Landschaft gestalten bei gemeinsamen LandArt-Aktionen, bei denen aus Naturmaterialen vergängliche Kunst kreiert wird. Hier kann der Anstoß gegeben werden, ein Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Geplant ist nicht zuletzt transnationale Netzwerkarbeit. Die Mühle wird so zu einem Zentrum der „Erlebnispädagogik für alle“ im deutschsprachigen Raum mit Möglichkeiten zur Fortbildung, Beratung und Nutzung von Tagungsangeboten für Profis, Menschen mit Behinderung und deren Angehörige. Wir entwickeln unseren eigenen Stamm an Mitarbeitern und freiberuflichen Übungsleitern und werden eng zusammenarbeiten mit Partnern wie dem LBV (Landesbund für Vogelschutz), mit der „Outdoor-Schule Süd“ aus Freiburg und anderen pädagogischen Partnern, den Unis und Hochschulen in Würzburg und Nürnberg, mit der NABU-Umweltpyramide in Bremervörde, dem ZERUM Ueckermünde, dem EU-Netzwerk „Breaking Barriers“ (eoe-network.eu) und vielen anderen. Wir sind Bestandteil der „Bildungsregion Nürnberger Land“ und Mitglied im Netzwerk der „Lernwirkstatt Inklusion“ im Nürnberger Land.

Arbeit

Ein integratives Unternehmen - Arbeit für alle in natürlichen Kreisläufen

Wir planen eine kleine Gaststätte mit Biergarten an der Mühle, die für Wanderer, Kletterer, Radfahrer, Flussfahrer und Spaziergänger regionales Essen aus der guten Nachbarschaft anbietet, daneben aber auch ganzjährig die Verpflegung der Gäste in den abenteuerlichen Unterkünften übernimmt. Diese Gaststätte wird u.a. versorgt durch die in Zukunft geplante Gärtnerei, die hochwertige Produkte erzeugt, weitergibt und verkauft.

Betrieben, gepflegt und verwaltet werden Gaststätte, entstehende Unterkünfte, das Gelände mit Wald und Gärtnerei, die Gebäude und technischen Anlagen durch die Menschen mit und ohne Behinderung, die in der Mühle z.T. leben, arbeiten, Schulzeit verbringen und/oder ein Praktikum bei uns absolvieren. Es sollen Dauerarbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen (in den Bereichen Gastronomie, Hauswirtschaft, Grüne Berufe, Handwerk, Erlebnispädagogik und Umweltbildung).

Wir legen Wert auf vielfältige Beschäftigung in realen Arbeitsverhältnissen für junge Menschen mit und ohne Behinderung, die bereit sind, zu lernen. Für Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstatt beschäftigt sind, kann die Mitarbeit hier als Sprungbrett zur Qualifizierung für den allgemeinen Arbeitsmarkt dienen. Die Qualifizierung für die Mitarbeit in der Umweltbildung ist ein weiterer Baustein unserer Planungen.

Inklusion

Leuchtturm der Inklusion - Selbstverständlichkeit erfahrbar machen

„Barrierefrei und doch herausfordernd“: Die natürlichen Ressourcen (Topographie, Geologie, Biologie, Energieträger) und kulturellen Wurzeln des Ortes sollen durch geeignete Strukturen zusammengeführt werden zu Grundlagen für beste Entwicklungsbedingungen: Ein Ort der „Ökologie der menschlichen Entwicklung“, an dem jeder Bewohner und Besucher vielfältig betraut werden kann mit Rollen und Aufgaben für Kopf, Herz und Hand, ein Ort, der in sich gut funktioniert und mit der gesellschaftlichen Welt in guter Verbindung steht.

Zugängliche Räume sollen entstehen, gut handhabbar für die Bewältigung alltäglicher Notwendigkeiten. Das Gelände soll als „Ort der Sinne“ als bedeutungsreich wie Sinn-voll wahrnehmbar gestaltet werden, verstehbar auch für Leute, die (noch) nicht lesen können.

Geplant sind erlebnispädagogische Gemeinschafts-Wochen für Klassen von Regel- und Förderschulen. So werden bei herausfordernden "Abenteuern für alle" konkrete Probleme gemeinsam bewältigt, entstehen Kontakt und Verständnis, erübrigen sich Vorurteile, werden Unsicherheiten abgebaut. Ein Aus- und Fortbildungsmodul für Studierende und Lehrkräfte aller Schularten im "Abenteuer Inklusion", das schon mit der Universität Würzburg durchgeführt wurde und bei entsprechender Resonanz auch an anderen pädagogischen Hochschulen angeboten werden kann. Auch Firmen im "Corporate Volunteering" können wir Erfahrungen vorweisen.

Inklusion

Wir haben Angebote von behinderten und nichtbehinderten Mitarbeitern an Menschen mit und ohne Behinderungen. Wir ermöglichen barrierefreien Zugang zur Natur für Menschen mit Behinderung, wir spiegeln Ermöglichung und Wertschätzung durch Mitarbeit behinderter Menschen in den erlebnispädagogischen Angeboten. Wir leben Inklusion und leben sie vor - als Leuchtturmprojekt, von dem die Botschaft ausstrahlt: Es ist normal, verschieden zu sein und es ist bereichernd, gemeinsam die Möglichkeiten aller zu erweitern.